Kochen und Backen mit Kindern – kinderleicht!

Immer, wenn ich den Stories zeige, dass ich mit dem Mini backe oder koche, erreichen mich hinterher ähnliche Nachrichten – es sei ja so toll, dass ich das mit meinem Sohn mache, aber ob das nicht sehr stressig wäre. Ist es – meistens – nicht, denn wir haben mittlerweile einen guten Weg gefunden, dass uns die Küchenaktionen beiden Spaß bereiten. Man muss allerdings schon Abstriche machen, was die Sauberkeit in der Küche betrifft… 😉 Dagegen habe ich bisher keinen wirklichen Trick gefunden.

Gute Vorbereitung ist alles

Bevor ich den Mini frage, ob er mit mir etwas backen möchte, stelle ich alles bereit, was wir brauchen. Am besten in Griffnähe, aber außer der Reichweite des Kindes. Auf diese Weise spart man sich später lästiges Suchen und Kramen in Schubladen, das ja meistens mit dem ungeduldigen Nörgeln des Kindes untermalt wird. Meine Laune sinkt dann gleich immer schon gewaltig. Also: alles vorher heraussuchen und bereit stellen. Backzutaten messe und wiege ich oft auch vorher schon ab. Es sei denn, es sind nur drei Komponenten, dann darf der Mini das machen.

Oh ja, noch ein wichtiger Tipp: alle essbaren Zutaten sehr großzügig abmessen. Seeeehr großzügig. Beim Kochen und Backen mit Kindern verschwinden Paprikastreifen, Schokostreusel, Rosinen oder ähnliche Zutaten auf geheimnisvolle Weise spurlos.

Mein Mantra: die Küche wird sowieso schmutzig

Kochen und Backen mit Kindern bedeutet Sauerei, das gibt es nichts zu beschönigen. Aber die Küche wird ja sowieso dreckig – so wird sie halt nur ein bißchen schneller dreckig… Natürlich geht immer aus Versehen etwas daneben, oder das Kind ist hinterher in Mehl paniert. Eine Küchenschürze für Kinder verhindert das schlimmste.

Ich mag es übrigens, den Mini auch ins Aufräumen hinterher mit einzubinden. Nicht als Verpflichtung, sondern einfach als Teil, der zum Essen zubereiten dazugehört. Es saugt dann ganz stolz das überall verteilte Mehl mit unserem Handstaubsauger auf und ist damit eine echte Hilfe.

Ein geeigneter Arbeitsplatz fürs Kind

Die meisten Arbeitsflächen in der Küche sind für Kinder nicht gut zu erreichen. Bei uns haben sich zwei Varianten eingespielt, die gut funktionieren: a) der Mini sitzt auf der Arbeitsfläche und b) er steht auf seinem alten Badezimmer-Tritt vor der Arbeitsfläche.

Das Sitzen auf der Arbeitsfläche machen wir meistens, wenn es etwas zu rühren, belegen oder bestreuen gibt – oder der kleine Koch einfach schon ein bißchen müde ist und lieber mit bester Übersicht gemütlich sitzen möchte. Wenn er mit einem Messer oder eine Reibe hantiert, steht er im Normalfall auf dem Tritt.

Einen Lernturm hatten wir nicht – und werden wir nun für die letzten 10 Zentimeter auch nicht mehr anschaffen. Der Mini steht sehr sicher auf dem Tritt und ich habe keine Bedenken, dass er dort abstürzen könnte.

Rezepte für schnelle Ergebnis – oder mit Wow-Effekt

Augen auf bei der Rezeptauswahl! Rezepte mit sehr vielen Einzelschritten oder einer langen Zubereitungszeit fallen eigentlich von vornherein aus – das versteht sich wohl von selbst. Im allgemeinen hat mein Sohn so etwa 15-20 Minuten Lust, beim Kochen zu helfen – danach möchte er gerne etwas anderes machen. Also wähle ich Rezepte aus, die etwa in diese Zeit passen oder bereits das gemeinsame Kochen entsprechend vor, so dass ich Fernsehkoch-like die vorher vorbereitete Brühe/ den Teig / die Buttercremetorte aus dem Kühlschrank ziehe. 😉

Besonderen Spaß machen dem Mini Rezepte, bei denen etwas „verrücktes“ passiert: Hefeteig, der aufgeht oder schrumpfende Pilze in der Pfanne findet er spannend und möchte genau verstehen, was da passiert. Mit Kinderaugen betrachtet ist allerdings auch zerlaufende Butter lustig.

Achtung: nicht bewerten!

Natürlich macht der Mini die meisten Dinge in der Küche noch nicht perfekt. Das Schneiden fällt noch schwer, beim Rühren landet einiges daneben oder es brennt eben mal was in der Pfanne an. Ich arbeite immer sehr daran, ihm nicht zu vermitteln, dass er gerade etwas falsch macht, sondern einen Weg aufzuzeigen wie es besser geht. Wie man kleinere Stücke schneidet, damit alles gleichzeitig gar wird. Oder langsamer rührt, damit Mehl, Eier und Zucker dableiben wo sie hingehören. Ich bin da sicherlich nicht perfekt – das „Nein, das ist falsch“ liegt einfach immer schnell auf der Zunge – aber ich arbeite daran. Bisher habe ich ihm die Laune am Kochen jedenfalls nicht verdorben.

Und wenn mal was passiert?

Vor kurzem ist es passiert: beim Paprikaschneiden ratschte das (Brot-)Messer über den Finger – und es blutete ein wenig. Natürlich tun Schnittwunden am Finger immer fies weh, auch wenn sie nur klein sind und nicht danach aussehen. Wir haben den Mini getröstet, verpflastert – und uns vorgenommen noch genauer hinzuschauen, wenn er mit dem Messer arbeitet. Ganz verhindern lassen sich kleinere Unfälle beim Kochen vermutlich nicht.

Im Moment achte ich darauf, dass ich immer in der Nähe stehe, wenn er etwas schneidet und im Zweifel eingreifen kann. Er bekommt im Moment allerdings nur Brotmesser zum Schneiden von weicherem Gemüse, bis die Handgriffe ein bißchen sicherer sind. Ein scharfes Messer würde ich ihn nur mit entsprechendem Fingerschutz benutzen lassen. Möglicherweise hat das Christkind da schon was in Arbeit. 😉

Bei heissen Pfannen und Töpfen hat der Mini einen natürlichen Respekt, hier muss ich ihn eher ermuntern, doch einmal umzurühren oder etwas näher m Herd zu stehen. Offenbar habe ich das Konzept von „heiß“ sehr eindrücklich erklärt. 😉

Immer flexibel bleiben

Einen Plan zu haben und vorbereitet zu sein ist immer gut – und wenn man das loslegt gilt: Flexibilität ist alles. Die besten Gerichte entstehen doch, wenn man einfach mal macht und sich inspirieren lässt. Das finde ich übrigens auch die wichtigste Botschaft beim Kochen lernen: es ist hauptsächlich Versuch & Irrtum. Die Soße schmeckt nicht? Nachwürzen. Besser? Prima. Schlechter? Tja, dann eben versuchen was dagegen zu tun. Meistens kann man ja alles noch irgendwie retten.

Kreatives Kochen geht nicht stur nach Rezept – sondern macht was Leckeres aus dem, was im Kühlschrank ist. Das möchte ich meinem Sohn gerne beibringen.

Was sind denn eure Lieblingsgerichte, die ihr gemeinsam mit euren Kids kocht? Erzählt doch mal, ich bin neugierig!

Liebe Grüße,
Eure Tina

 

 

 

 

 

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