Am Abend zur Ruhe finden – Entspannungsideen für Kleinkinder

Kennt ihr den Ausspruch „nach müde kommt doof“? So ist das im Moment bei uns oft. Man verpasst den richtigen Zeitpunkt zum ins Bett bringen knapp – und der Mini dreht wie ein Duracell Häschen zu völlig neuen Höhen auf. Es macht sich dann eine alberne Überdrehtheit breit, die nicht mehr mit fröhlich und lustig sein zu tun hat, sondern die eigentlich viel eher ein Ausdruck von zu müde, zu viele Eindrücke und der Überreizung nach einem langen Sommertag ist.

Denn gerade die langen, hellen Abende an denen es dann endlich einmal abkühlt, machen unserem Frühaufsteher gerade zu schaffen. Wenn man morgens bereits im kurz nach sechs aufwacht, ist abends der Punkt zum schlafen gehen sehr schnell überschritten. Wenn der Mini dann einmal „drüber“ ist, ist es wahnsinnig schwer, ihn wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Oft findet er nicht einmal die nötige Entspannung, um beim Vorlesen ruhig zuzuhören – etwas, das uns ansonsten immer hilft, wenn wir alle einmal kurz eine Pause brauchen. Ich habe deshalb in den letzten heissen Sommer-Wochen ein paar Dinge ausprobiert, die uns gut geholfen haben und aus denen sich inzwischen schöne Routinen eingespielt haben.

Sing‘ mit mir!

Ich glaube, das wir ganz oft vergessen, welche beruhigende und entspannende Wirkung singen haben kann. Man kontrolliert seinen Atem, konzentriert sich auf Text und Melodie und ist ganz fokussiert. Seit ich abends mit dem Mini beim Ins Bett bringen singe, ist es für ihn viel leichter geworden zur Ruhe zu kommen. Und damit meine ich wirklich gemeinsam zu singen – vorsingen ist etwas ganz anderes! Beim Vorsingen, Musik hören oder ein Hörspiel hören muss das Kind Konzentration finden, um zuzuhören – beim selber singen kommt die Konzentration auf sich selbst mit dem Singen von ganz alleine.

Wir haben inzwischen einige Lieblings-Schlaflieder und der Mini sucht aus, was wir gemeinsam singen – oft fangen wir schon im Bad damit an. Man muss nicht perfekt singen oder sauber intonieren, mit Freude singen reicht völlig. Besonders beliebt sind bei uns aktuell „Der Mond ist aufgegangen“ und das „Schlaflied für Anne“ – probiert es doch einfach einmal aus. Kinder lernen Text und Melodie meist schneller als wir.

Das Licht einer Kerze…

Eigentlich versuche ich aber schon am Abend bevor wir nach oben gehen etwas Ruhe einkehren zu lassen. Genauso wie wir am Wochenende morgens einen schönen Tisch decken, versuche ich nun abends am Tisch eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen – mit Kerzen! Nun sind offenes Feuer un überdrehte Kleinkinder ja grundsätzlich nicht die allerbeste Kombination, aber genauso wird der Mini oft schon etwas ruhiger.

Denn: er findet es selbst total schön, wenn wir auf dem Tisch eine echte Kerze stehen haben. Das geht aber nur, wenn man nicht turnt und nichts herumwirft – denn das ist gefährlich. Das hat er gut verstanden und entscheidet sich nun oft dafür, Kerzen anzuzünden. Irgendwie verbreiten die dann schon eine ruhige abendliche Stimmung, der sich auch das aufgedrehte Kleinkind nicht entziehen kann. Nach dem Abendessen darf er die Kerzen dann natürlich auch auspusten – und dann geht es nach oben.

Dem Tag Tschüss sagen

Den Absprung aus dem Hauptspielbereich Wohnzimmer (und Garten) zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht. Hier nochmal kurz ein Auto platzieren, nur noch ein bißchen mit der Bahn spielen und dann noch ganz schnell ein paar Kugeln Eis verkaufen – es findet sich immer noch etwas, das der Mini ganz dringend noch tun möchte. Was meistens damit verbunden ist, dass er wieder ins Spiel versinkt und immer müder wird.

Es ist übrigens keineswegs so, dass ich meinem Sohn einen langen Spieleabend im Sommer nicht gönnen würde – da er aber wirklich morgens immer früh wach ist, wird aus einem schönen langen Spieleabend sehr schnell ein tränenreiches Trauerspiel. Weil der Motorradfahrer nicht so fährt wie er möchte und die Toniebox das falsche Lied abspielt – und der übermüdete Kleinkind eben nicht von alleine den Dreh zum schlafen gehen findet. Das war übrigens schon immer so: der Mini braucht zum einschlafen viel Begleitung, bereits als Baby – und das hat sich bis heute nicht geändert.

Um also das Wohnzimmer nach dem Abendessen auch ohne Diskussionen verlassen zu können, sagen wir nun immer allem, was den Tag über wichtig war Tschüss: der Eisenbahn, dem Planschbecken, dem Dreirad, den Autos – was auch immer ihm wichtig ist. Dann ist der Weg die Treppe hinauf meistens kein Problem.

Gemütliche Dunkelheit schaffen

Da man ja aktuell im Haus ohnehin meistens im Dunkel oder Halbdunkel lebt, um die Hitze draussen zu halten, ist das hier ein einfacher Tipp. Bevor wir nach oben gehen, haben wir oben bereits da Zimmer und das Badezimmer abgedunkelt und die Rollos heruntergelassen. An den langen, hellen Sommerabenden hilft das bei der Runde durchs Badezimmer sehr, zu vermitteln, dass es nun Schlafenszeit ist.

Im Bett angekommen, wird meistens noch etwas gelesen oder noch etwas weitergesungen, dann machen wir das Licht aus.

Drei gute Dinge des Tages

Im Dunkeln frage ich den Mini dann meistens noch (wenn er nicht schon beim Singen eingeschlafen ist, wie letzte Woche zweimal…), was er denn am Tag schön fand. Das sind nicht immer drei Dinge, aber es ist immer sehr aufschlussreich. Meistens sind es nämlich ganz andere Dinge, als ich vermutet hätte.

Das, was am Ende des Tages hängenbleibt als besonders schön – das überrascht mich immer wieder. Ich finde es selber übrigens einen wunderschönen Abschluss des Tages, abends mit dem Mini im Dunkeln zu überlegen, was am Tag so richtig toll war. Versucht das mal – es ist wirklich spannend, was da genannt wird.

Ich bin gerade vom Aufschreiben schon ein bißchen müde geworden… 😉 Vermutlich ist das eher die allgegenwärtige MamaMüdigkeit, die einen nach der Geburt nicht mehr loslässt. Ich habe auf jeden Fall keine Probleme mit dem runterkommen und einschlafen – ich muss eher aufpassen, nicht vor meinem Kind einzuschlafen. 😉

Liebe Grüße,
Eure Tina

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