Ein schicker Look fürs Essen: Foodstyling und was es damit auf sich hat

Also ich bin immer wieder beeindruckt, wenn mir auf Instagram oder Pinterest wunderhübsche Foodbilder in den Feed flattern. Und ich gestehe: ich koche auch lieber Rezepte nach, die ansprechend bebildert sind, auch wenn mein Ergebnis hinter selten genauso nett aussieht. Ich war also mehr als neugierig, als eine Mail in meinem Postfach landete in der zu einem Koch- und Foodstyling-Workshop mit kalifornischen Trockenpflaumen eingeladen wurde. Bisher habe ich bei Trockenpflaumen ehrlich gesagt als erstes immer an den von Louis Litt in „Suits“ so heissgeliebten „Prunk Juice“ gedacht – und mit schicken Foodstyling habe ich die dunklen, immer verschrumpelt aussehenden Früchte nun auch nicht gerade in Verbindung gebracht. Insgesamt also eine spannende Kombination, die mich wirklich gereizt hat.

Und weil ich Eventberichte selber immer eher nicht so spannend finde – also zumindest, wenn ich nicht da war – habe ich gedacht, dass ich einfach mal ein paar Foodstyling-Tipps hier mit euch teile. Dann könnt ihr bei meinen künftigen Foodfotos auch gleich sehen, ob ich die Zeit und die Nerven hatte, das umzusetzen… 😉

Tolle Referentinnen – und eine sehr lustige Dessert-Gruppe!

Aber ganz kurz vorab: Veronika von Carrots for Claire hat sich die tollen und wirklich sehr kreativen Rezepte mit kalifornischen Trockenpflaumen ausgedacht, die wir beim Event gemeinsam mit ihr nachgekocht haben. Ich habe gleich mal ihr Kochbuch für schnelle und gesunde Küche bestellt, weil es einfach alles so lecker war. Ich bin generell jemand, der gerne die Kombination süß-herzhaft mag, deshalb waren die Ideen, Trockenpflaumen in Salatsoßen zu verwenden oder in Hirse-Gerichten unterzubringen für mich wirklich sehr inspirierend. Da werde ich sicherlich einiges auch einmal im Alltag nachkochen. Die Idee, mit Trockenpflaumen auch Gebäck dezent süßen zu können, finde ich genial! Viele tolle Rezepte findet ihr übrigens auch hier auf der Homepage.

Wir waren in unserer wirklich sehr lustigen Gruppe mit Dajana von Mit Kinderaugen und Jana von MissBonneBonne für das Dessert zuständig: Brownies mit Mangosoße. Ja, das war so lecker wie es klang und dazu auch noch gesund. Wir hatten unglaublich viel Spaß, haben viel gelacht und den Nachmittag sehr genossen. Manchmal passt es einfach total gut!

Nach dem Kochen – also in unserem Fall dem Teig vorbereiten und den integrierten Kaffeepausen (Prioritäten, so wichtig!) haben wir die Brownies gerade noch rechtzeitig aus dem Ofen geholt, und sind haarscharf daran vorbeigeschlittert daraus Brownie-Kekse werden zu lassen. Wenn man zuviel quatscht und schnackt… 😉 Und dann ging es an den für mich herausfordernsten Part: das Foodstyling. Glücklicherweise hatten wir mit Denise von Foodlovin eine Expertin an der Seite, die uns sanft aber bestimmt buntgemustertes Geschirr ausgeredet und das ein oder andere Accessoire in die Hand gedrückt hat, um unsere Brownies gut in Szene zu setzen.

Habt ihr Lust auf fünf Anfänger-Tipps für schöne Food-Fotos? Dann bitte weiterlesen!

1. Auf die Perspektive und die Wahl des Ausschnittes kommt es an

Perspektive und goldener Schnitt: das sind zwei Begriffe die ich durchaus vorher schonmal gehört hatte, die jetzt für das Fotografieren von Essen noch einmal eine ganze neue Bedeutung bekommen haben. Fangen wir mit der Perspektive an.

Möchtest du dein Essen von oben fotografieren? Oder von vorne aus einem etwa 30 Grad-Winkel? Oder lieber doch auf Augenhöhe? Welches die richtige Wahl ist, hängt von der Köstlichkeit ab, die du gerne fotografieren möchtest. Einen wunderschön angeschnittenen Kuchen lichtet man am besten auf Augenhöhe ab, um den Anschnitt perfekt ins Bild zur rücken. Einen hübschen Teller mit vielen Komponenten – von oben!

Bei der Wahl des Ausschnittes hat Denise mich an etwas erinnert, was eigentlich zu den Grundlagen der Fotografie gehört – was ich aber bei Food-Fotos irgendwie völlig verdrängt hatte. Was man in den Fokus rücken möchte, gehört NICHT in die Mitte des Bildes! Ja, richtig gelesen. Habt ihr schon einmal vom goldenen Schnitt gehört? Dabei teilt ihr euer Bild in Drittel ein – bei den meisten Kameras legt die Kamera ein entsprechendes Raster zur Orientierung über das Bild. Der Blick des Betrachters fällt dabei eben nicht unbedingt in die Mitte – sondern meistens auf die Linien des Rasters und die Schnittpunkte. Und genau dahin gehört das, was ihr auf eurem Bild in den Fokus rücken möchtet.

Tja, da sind die Zeiten meiner mittig platzierten Porridge-Schüsseln jetzt wohl vorbei, fürchte ich. 😉

2. Licht, Licht, Licht

Vergesst alle Lampen, am besten fotografiert man Essen einfach immer bei Tageslicht. Und zwar nicht bei direktem Licht – also in der prallen Sonne – sondern in natürlichem Licht, das leicht gedämpft ist, beispielsweise durch einen transparenten Vorhang.

Da Licht meistens einen Schatten wirft, hatte Denise noch einen super Tipp für uns, den ich euch gerne. weitergeben möchte. Wenn das Licht beispielsweise von links kommt, weil da euer Fenster ist, könnte es sein, dass euer Bild auf der abgewandten Seite etwas zu dunkel wirkt. Anstatt nun auf die Nachbearbeitung zu vertrauen, könnt ihr hier mit einer einfachen weißen Pappe Abhilfe schaffen. Diese platziert ihr unsichtbar für die Kamera so, dass sie das Sonnenlicht auf die dunkle Seite eures Bildes reflektieren. Voilá! Nachbearbeitungszeit gespart.

3. Kreativ sein

Das Auge bleibt ja meistens an dem hängen, was anders ist als üblich. Wir wurden also ermuntert, Essen mal anders zu präsentieren als üblich. Auf einem Brett statt einem Teller. In einem Glas, um es ins Büro mitzunehmen – oder einen Kuchen mal auf eine andere Art und Weise anschneiden als üblich.

4. Requisiten müssen Sinn ergeben

…und das bringt mich dann auch schon zum nächsten Punkt, bei dem ich etwas schmunzeln musste als Denise ihn uns erklärt hat. Die Requisiten müssen nicht nur farblich passen und das kulinarische Meisterwerk in den Vordergrund rücken – sie sollen auch Sinn ergeben. Also: kreativ ja, aber nicht unsinnig. Also keine Riesengabel neben ein winziges Stück Kuchen legen – keine Kaffeebohnen neben der Tasse verstreuen (…wie sollen die da hinkommen?), sondern realistische Szenen schaffen.

Ein „Requisit“, das ich übrigens vollkommen unterschätzt habe, sind Krümel. Die fallen immer an, wenn man Brot oder Kuchen schneidet – sind also realistisch – und machen auf Fotos erstaunlich viel her. Also, kein panisches Putzen vorm fotografieren, sondern strategisch krümeln ist angesagt!

5. Das Essen muss im Mittelpunkt stehen und hervorstechen

Eigentlich logisch, oder? Wenn man aber einmal beginnt über Requisiten nachzudenken und das Foto plant, dann gerät das Essen irgendwie schnell in den Hintergrund. Ein wichtiger Tipp ist, dass sich das Essen farblich vom Hintergrund und vom Untergrund abheben sollte. Also keine Spargelcremesuppe im weißen Teller anrichten – oder frisches Brot mit Backpapier auf einem hellen Holzbrett. Kontrast ist gefragt!

Außerdem sollten die einzelnen Komponenten des Essens gut zu erkennen sein. OnePotPasta eignet sich also generell eher schlecht für Fotos, denn es gilt die verschiedenen Bestandteile nicht zu mischen, sondern separat auf dem Teller zu drapieren und schließlich die Soße darüber zu verteilen, bzw. eher zu tröpfeln. Sonst sieht man nämlich nur Soße.

So, das war ein kleiner Einblick in das, was ich beim Event über professionelle Foodfotografie gelernt habe. Ich hoffe, ihr findet das auch interessant? Das alles zu 100% für Blogfotos umzusetzen ist für mich ehrlich gesagt nicht realistisch – wir kochen ja hier in erster Linie, um zu essen. Und irgendwo dazwischen mache ich dann meistens noch ein schnelles Foto. Aber bei dem ein oder anderen Tipp ist es ja doch eigentlich nicht so schwer, das unterzubringen…

Viele Grüße aus der Küche,
Eure Tina

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