„Ich mach‘ das alleine!“ oder: wie Montessori uns morgens beim Anziehen hilft

Und nochmal: nicht Montag, und doch ein Montessori-Montag! Wie schon mit diesem Post hole ich nun einen Texte nach, den ich im letzten Sommer leider nicht geschafft habe. Unseren Beitrag zum Montessori-inspirierten Kleiderschrank und zum selbstständigen Anziehen – er ist heute sogar noch etwas aktueller als im vergangenen Sommer.

Unser Kleiderschrank ist eigentlich eine Kommode

„Hilf mir, es selbst zu tun“ – das oberste Prinzip der vorbereiteten Umgebung bei Montessori ist es, dass die Einrichtungsgegenstände an die Größe des Kindes angepasst sind, und das Kind so problemlos alles erreichen kann. Nur so ist Eigenständigkeit überhaupt möglich. Wir haben in Minis Kinderzimmer einen Kleiderschrank und eine Kommode – und es hat sich einfach so ergeben, dass wir für seine Kleidungsstücke hauptsächlich die unteren beiden Schubladen der Kommode nutzen.

Der Kleiderschrank hat auch zwei erreichbare Fächer und eine niedrige Kleiderstange, darin lassen sich die Kleidungsstücke aber nicht so übersichtlich unterbringen. Also nutzen wir ihn für Schlafsäcke, Decken, Kissen und zu klein gewordenes oder zu großes. Auf der Kleiderstange hängen Hemden und Jacken.

Ordnung und Übersicht in Schubladen

Eigentlich ist es tatsächlich auch sehr viel einfacher, in Schubladen die Übersicht über Kleidungsstücke zu behalten als in einem großen Schrank. Bei meiner großen Haus-Ausmist-Aktion zu Beginn des Jahres habe ich mich weitestgehend an die Konmari-Methode gehalten und einiges dazu gelesen – unter anderem auch zu Ordnung in Schränken. Sie schlägt vor die Kleidungsstücke der Übersicht halber zu falten und „hochkant“ in die Schublade zu stecken. Das spart tatsächlich ernorm viel Platz und hat für Kinder noch einen anderen Vorteil: jedes Teil ist in der Schublade von oben gut sichtbar. Ich finde das eine ausgesprochen gut Lösung für einen Montessori-inspirierten Kleiderschrank!

Das rote Shirt mit der Gitarre soll es heute sein? Kein Problem. Wenn der Mini es herauszieht, zieht er vielleicht noch das Shirt nebenan mit heraus – aber wühlt nicht wie vorher die gesamte Schublade einmal nach seinem Lieblingsshirt durch. Er sieht auf einen Blick, was vorhanden ist und kann daraus etwas auswählen.

Um große Diskussionen zu vermeiden, warum ein T-Shirt im Winter zu kalt ist, sind in der Schublade nur die Sachen verstaut, die grundsätzlich auch zur aktuellen Jahreszeit passen. Andernfalls würde die Auswahl auch zu groß und der Mini wäre nur frustriert, wenn er etwas aussucht und es dann doch nicht tragen darf. Aus diesem Grund habe ich auch darauf verzichtet, die Schubladen mit Symbolen zu kennzeichnen, die Aufschluss darüber geben, was sich darin befindet – denn das ist auf diese Weise gar nicht so viel.

Ganz klar: der Mini sucht aus. Wenn er will.

Grundsätzlich sucht mein Sohn morgens aus, was er anziehen möchte. Manchmal hat er eine ganz klare Vorstellung, manchmal ist es ihm egal und ich nehme etwas aus dem Schrank. Beim Anziehen überlegt er es sich dann manchmal noch einmal anders – aber: wer kennt das nicht von sich selbst? Ich glaube, ich habe meine Mutter früher in den Wahnsinn getrieben, indem ich meinen halben Kleiderschrank morgens anprobiert habe… 😉

Kinderkleidung im allgemeinen – ein kleiner Rant

Beim Einkaufen ist der Mini meistens vor allem eins: genervt. Er mag keinesfalls etwas anprobieren, anhalten ist so gerade eben noch ok. Also liegt die Auswahl im Moment – noch – hauptsächlich bei mir.

Mir ist dabei vor allem die Bequemlichkeit wichtig. Der Mini soll spielen, toben, rennen, turnen und bei nichts davon soll ihn seine Kleidung stören oder behindern. Deshalb achte ich insbesondere bei Hosen auf weitere Schnitte und einen bequemen Bund. Shirts und Pullover kaufe ich meistens eine Nummer größer, damit auch im Sitzen auf dem Boden der Rücken noch komplett bedeckt ist. Ich finde übrigens, dass es wirklich schwer ist schöne Kindersachen zu finden, die diese Kriterien erfüllen – aber das ist vielleicht eher ein eigenes Thema. Ich ärgere mich nämlich immer wieder fürchterlich über Super Slim Jeans für Kleinkinder. Mit denen man dann leider nicht mehr auf ein Bobbycar steigen kann, weil die Hose so eng sitzt…

Das morgendliche Anziehen – ein Singspiel in fünf Akten

Seit einer Weile möchte der Mini sich nun gerne selbst anziehen. Das klappt mit einigen Teilen schon ganz gut, bei anderen ist es noch schwierig. Manchmal hat er auch morgens überhaupt keine Lust, dann helfen wir natürlich. Wenn er es aber selber probieren möchte, gilt vor allem: Geduld. Und machen lassen. Wir planen morgens immer extra viel Zeit ein, damit wir nicht schon im Badezimmer in Stress geraten. Da der Mini ja ein absoluter Frühsaufsteher ist, ist das auch gar kein Problem. (heul) Es klappt aber schon immer besser.

Ich habe in den letzten Wochen auf zwei Dinge geachtet, um ihm das Anziehen lernen zu erleichtern. Zum einen lasse ich ihn ganz bewusst immer zuschauen, wenn ich mich anziehe. So kann er am besten sehen, welche Handgriffe man dazu macht. Wenn er sich mal nicht selbst anziehen möchte, habe ich aufgehört, den Mini im Liegen anzuziehen. Für mich ist das zwar einfacher, aber beim Anziehen im Stehen hat er viel eher die Möglichkeit, sich Handgriffe abzuschauen und sich Abläufe zu merken. Und mal ehrlich: keiner von uns zieht sich ja im Liegen an, oder? Also jetzt außer der Extra-Slim Jeans aus jungen Jahren… 😉

Fürs „Jacke anziehen“ habe ich kürzlich einen super Trick bei meiner kleinen Nichte gesehen, die ihre Jacke mit viel Spaß ganz alleine anzieht – hier seht ihr ein YouTube-Video in dem die Technik gezeigt wird:

Ich finde das toll – und auch ziemlich lustig – und wir üben fleissig mit dem Mini. Im Moment landet der Kopf aber oft noch in der Kapuze und wir lachen uns dabei kaputt. 🙂

Das war nun der Einblick in Minis Kleideraufbewahrung und alles rund ums Thema anziehen – ich hoffe, es war interessant für euch? Hier findet ihr den Facebook-Sammelpost der Montessori Entdecker mit vielen schönen Ideen rund um die vorbereitete Umgebung im Kleiderschrank. Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße,
Eure Tina

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About Kind Küche Chaos

38 Jahre alt - verheiratet - Wörter sind meine Welt - liebt die schönen Dinge des Lebens

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