Montessori-Montag: Die Leseecke 

Ja, ich weiß – heute ist auch NICHT Montag. Ich bin leider aus der wunderschönen Montessori-Montag-Reihe der Montessori Entdecker im Sommer ausgestiegen, weil mich damals die Eingewöhnung des Mini einfach ganz praktisch und auch emotional so beschäftigt hat, dass zum Bloggen einfach wenig Raum blieb.

Aber das heisst ja nicht, dass ich nicht noch ein paar Themen aufgreifen und „nachreichen“ kann! Hier findet ihr den Facebook-Post dazu, in dessen Kommentaren ihre viele weitere Hinweise und Tipps zu Montessori-inspirierten Leseecken findet.

Die Einrichtung der Leseecke: was uns wichtig war

Vorgelesen und Bücher angeschaut haben wir mit dem Mini sicherlich schon, als er erst einige Monate alt war. Und das natürlich meistens bei uns auf dem Arm, auf der Couch, im Bett oder im Schaukelstuhl. Als wir im Haus dann später mit der Einrichtung von Minis Kinderzimmer begonnen haben, stand das Theme Leseecke auch erst einmal nicht ganz oben auf unserer Liste – einfach weil wir im Normalfall im Wohnzimmer vorgelesen haben. Dort gab es damals einen Bücherkorb mit den aktuellen Lieblingsbüchern.

Dann kam aber die Umstellung von seinem Babybett auf ein Bodenbett – und beinahe gleichzeitig dazu hat unser knapp Zweijähriger sich entschieden, keinen Mittagsschlaf mehr zu machen. Nun hatten wir also einen kleinen Lattenrost und eine Matratze übrig und ich den Wunsch, dass das ja doch noch ziemlich kleine Kind mittags wenigstens eine Mittagspause macht – selbst wenn es nicht mehr schläft. Und genau daraus entstand unsere Leseecke.

Mit Hilfe eines Regals von Ikea und den besagten Bestandteilen des Babybettes haben wir einen kuscheligen Rückzugsort geschaffen, in dem der Mini es sich gemütlich machen kann und der zum Vorlesen, Bücher anschauen oder CDs hören einlädt. Ein großer Teddybär, Kissen und Kuscheltiere sorgen für Behaglichkeit und werden vom Mini rausgeschmissen, wenn es ihm dort zu voll wird.

Wichtig war mir, dass er sich alleine dorthin zurückziehen und einrichten kann: alle Bücher sind in seiner Höhe, ebenso wie der CD-Spieler und seine – überschaubare – Anzahl an CDs.

Die Bücher stehen bei uns im Regal mit dem Buchrücken nach vorne – Montessori empfiehlt dagegen, sie so aufzustellen, dass der Buchtitel nach vorne zeigt, damit die Kinder die gewünschten Titel besser finde. Ich persönlich finde die Montessori-Bücherregale wunderschön, aber sie nehmen doch vergleichsweise viel Platz ein, und wir brauchen sie eigentlich nicht. Der Mini findet schon eine Weile sehr gezielt die Bücher im Regal, die er haben möchte. Vorher haben wir mit Bücherkörben gearbeitet, das hat auch gut funktioniert.

Der Inhalt: was sich in Minis Bücherregal so findet

Auch in einem anderen Punkt weichen wir von den Empfehlungen von Montessori etwas ab: wir lesen auch bereits jetzt Phantastisches und Geschichten mit personifizierten Tieren. Ich fände es einfach zu schade, die wundervollen, schönen Geschichten noch nicht vorlesen zu können – da kommt einfach mein Leseratten-Germanistenherz durch, der diese tolle Kinderliteratur nicht unterschlagen kann.

Der Grund warum Montessori davon unter sechs Jahren abrät ist, dass diese nicht der Lebenswirklichkeit der Kinder entsprichen und deshalb zu Verwirrung führen, was fiktiv und was real ist. Ich kann das bisher beim Mini nicht erkennen. Trotzdem finde ich den Ansatz richtig, Kleinkindern vor allem Bücher anzubieten, die ihre Lebenswirklichkeit widerspiegeln und in denen sie sich wiederfinden können. Ich beobachte bei meinem Sohn auch, dass gerade diese Bücher bei ihm besonders beliebt sind und man kann daran sehr gut ablesen, welche Themen ihn gerade interessieren.

Die Entwicklung des Lesens

Mein Mann und ich sind beide echte Bücherwürmer und lieben das Lesen. Und das möchten wir natürlich auch unserem Sohn vermitteln, weswegen wir von Anfang an viel vorgelesen haben, auch als er noch weit davon entfernt war, der Handlung der Geschichte folgen zu können. Es gab immer schon eine feste Gute-Nacht-Geschichte, und heute bleibt es meistens nicht bei einer…

Ich glaube aber, dass man keinen zu einseitigen Blick auf Bücher haben darf, sondern erlauben muss, diese von vielen Seiten kennenzulernen. Wie unsere Kinder als Erwachsene lesen werden, können wir heute noch nicht sagen. Deshalb halte ich nichts davon, „Bücher mit Zusatzfunktionen“ zu verdammen. Deshalb gibt es bei uns im Kinderbücherregal auch Soundbücher und TipToi-Bücher – als Variante des klassischen Buches, nicht als Ersatz. Es ist eine Möglichkeit von vielen, in ein Buch einzutauchen, ersetzt aber natürlich nicht das Lesen oder Vorlesen.

In letzter Zeit beobachte ich immer mehr, dass der Mini selbst vorlesen möchte. Da müssen dann seine Puppe oder Kuscheltiere herhalten und bekommen ganz liebevoll Bücher „vorgelesen“ oder erklärt. Er kennt seine Lieblingsbücher wirklich erstaunlich gut und ist sehr textsicher, das hat mich gerade bei den längeren Büchern erstaunt.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Lesen und Vorlesen bei uns weiter entwickelt und wie es in einem Jahr bei uns aussehen wird!

Ganz typisch Mini: immer mit nur einem Hausschuh unterwegs

Ich fand die Beiträge der anderen Montessori-Entdecker dazu sehr spannend – hier findet ihr alle Texte zu den verschiedenen Leseecken als Kommentare aufgelistet. Viel Spaß beim Durchstöbern!

Alles Liebe,
Eure Tina

About Kind Küche Chaos

38 Jahre alt - verheiratet - Wörter sind meine Welt - liebt die schönen Dinge des Lebens

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